Wie es so gehen kann....Nicht mein Tag , oder doch???

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Zeit der Anspannung
Endlich ist der Tag gekommen, der so lange voller Sorgen, Ängste und Erwartungen über uns hing. Der Termin steht,wir fahren pünktlich, sogar überpünktlich los, wollen auf die Autobahn. Doch schon weit vorher sehen wir: Hier geht nichts mehr. Geduld und Wartezeit wären nötig – Zeit, die wir nicht haben. Also drehen wir bei nächster Gelegenheit um und suchen einen anderen Weg. Später erfahren wir, dass weit vor uns fünf Autos ineinander gefahren waren. Der Stau reichte kilometerweit bis nach Köln hinein.

Mit nur geringer Verspätung erreichen wir unser Ziel und fahren ins Parkhaus. Vor dem Kassenautomaten stehen Menschen und Polizisten. Wir denken uns nichts dabei, parken und gehen so schnell wie möglich zum Krankenhaus.Bei der Anmeldung dann die Überraschung: Der Termin ist nicht um 9 Uhr, sondern um 12 Uhr. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Wo der Irrtum lag, lässt sich nicht klären.

Der Patient bleibt dort, und unsere Fahrerin und ich wollen zurückfahren. Ordentlich möchten wir die Parkgebühren bezahlen – doch der Automat ist offenbar aufgebrochen. Wir versuchen, den Parkplatz zu verlassen. Pustekuchen. Die Schranke bleibt zu, nicht zu umfahren. Die angegebene Telefonnummer ist schwer zu erreichen. Hinter uns sammeln sich weitere Fahrzeuge. Endlich öffnet sich die Schranke, und wir können fahren – ohne Gebühren zu entrichten.

Wie geplant erreichen wir die Autobahnzufahrt. Oh je: Die Gegenfahrbahn ist komplett blockiert. Blaulicht, großes Besteck. Wie gut, dass wir nicht mittendrin stecken.Der Tag muss für die beteiligten Fahrer, ihre Angehörigen und die Einsatzkräfte äußerst aufregend, vielleicht schmerzhaft und sicher nicht ungefährlich gewesen sein.Ohne weitere Katastrophen kommen wir in unserer Heimatstadt an – und dort, an einer großen Kreuzung: wieder Blaulicht, Hubschrauber, großes Besteck, lange Autoschlange.Wir können noch ausweichen und heimfahren. Die Blase meldet Hochwasser – höchste Zeit.

Hoffentlich ist das kein böses Omen

Zuhause erledige ich alles Nötige, die Hunde müssen raus, ich mache mir etwas zu essen und gebe meiner Müdigkeit nach.Das Telefon klingelt, aber ich höre es erst spät. War das der erlösende Anruf aus der Klinik? Der Anrufbeantworter blinkt, doch ich kann ihn nicht abhören – die Batterie ist leer.

Kurz darauf klingelt mein Handy.Ja, es ist mein Mann. Alles ist überstanden, gut gegangen. Kein weiterer Eingriff nötig, nur eine Medikamentenumstellung. Nach Ruhephase, Kontrolle und Arztgespräch darf er noch am selben Tag heim.Er soll einen Taxischein bekommen.Kurz darauf der nächste Anruf: Kein Taxischein. Seine Pflegestufe und der Schwerbeschädigungsausweis reichen nicht aus. Wir müssen ihn selbst holen.Oh Leute – wie viel eine gute Nachbarschaft wert ist!

Das war kein Stein, der mir vom Herzen fiel – das war eine ganze Geröllhalde.Jetzt konnte ich erst einmal eine Runde mit den Hunden gehen.Rollator? Zwei Hunde?Nein. Nachdem ich mit einem Hund einmal über den Rollator gestürzt bin und mir dabei den Daumen brach – bitte keine Wiederholung. Also langsam, ohne Rollator.Zum Glück sind meine beiden Hunde alt und ruhig, ziehen nicht mehr. Weit ging es trotzdem nicht. Man gewöhnt sich verdammt an so ein entlastendes Ding.

Zuhause erledige ich noch ein paar Handgriffe, dann fahren wir los. Trotz Berufsverkehr kommen wir gut durch. Mein Mann wartet seit fünf Minuten vor der Klinik, froh, dass er nicht bleiben musste und froh, dass wir so zügig da sind.

Auf dem Rückweg schickt uns das Navi wieder über die Dörfer – diesmal ist die Autobahn in unserer Fahrtrichtung gesperrt. Warum? Das erfahren wir nicht.
Es ist auch egal. Wir sind erschöpft genug.

Am nächsten Tag geht mein Mann mit seinem Bericht zum Kardiologen.Nein, der kann angeblich kein Rezept ausstellen.Also zur Hausärztin.Ja, sie stellt das Rezept aus – wie die Klinik es angeordnet hat.Mittags ruft der Kardiologe an:Nein, das neue Medikament soll er nicht nehmen. Er hatte es schon einmal lange genommen, und es wurde wegen Nebenwirkungen abgesetzt. Er empfiehlt ein anderes Medikament.Kritisch, wie ich bin, schaue ich mir den Waschzettel im Internet an – und sehe, dass viele Ausschlusskriterien genau die Medikamente betreffen, die mein Mann nimmt.Also wieder irgendwo hin, wieder warten, wieder hoffen auf eine vernünftige Antwort und Lösung.Wir kennen das ja schon. Es nervt nur noch und macht zornig.Aber das Wort „Patient“ heißt übersetzt: der Geduldige.Fassen wir uns in Geduld und hoffen weiter

© Karin Oehl

 


 
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Joachim Laß
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