Keine Kommentare

News

News 2024

Liebe Besucher*innen und Freund*innen dieser Webseite
Hier finden sie aktuelle Meldungen und News zu dieser Seite ,sowie Neuerscheinungen unserer Autor*innen.Neben den literarischen Beiträgen finden sie hier auch Meinungen, Beiträge und Reportagen aus dem aktuellen Zeitgeschehen. Unternehmen Sie mit uns gemeinsam eine Reise durch dieses Jahr. 

...................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

  

Februar

                                          

                   Februar 2024

 

 

    

...................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

 a jockel02 1

                   In eigener Sache

 

...................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

Liebe Besucher/innen und Gäste ich freue mich sehr, Sie auch in diesem Monat begrüßen zu dürfen. Endlich konnte der umfangreiche Aus/Umbau meiner Webseite in diesem Monat fertiggestellt werden. Nun habe ich endlich wieder mehr Zeit mich meinem Herzensprojekt mit voller Kraft zu widmen. Mein Dank geht auch in diesem Monat an unsere Autoren/innen die mit den zahlreichen veröffentlichten Texten dieses Projekt weiter am Laufen halten.

Diese Webseite widmet sich ja dem Motto, "Am Anfang war das Wort“, aber wussten Sie das Wörter auch unsagbare Verwirrung stiften können? Im nachfolgendem Text möchte ich Ihnen das näher vor Augen führen. 

...................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

Die böse Pippi Langstrumpf Klassiker der Literatur

Gefeierter Schulstoff. Und plötzlich sollen Passagen verboten werden? Begriffe, die vor Jahrzehnten unproblematisch schienen, verletzen Menschen. Muss die Gesellschaft das aushalten, oder muss sich die Literatur anpassen?

Der Fall Pippi Langstrumpf, 2002 starb Astrid Lindgren. Hunderttausende folgten in Stockholm dem Trauerzug mit dem Sarg der mit 94 Jahren verstorbenen weltberühmten Kinderbuch-Autorin. Hinter dem Katafalk liefen ein junges Mädchen und ein weißes Pferd, die zentralen Figuren ihres zentralen Werkes „Pippi Langstrumpf“ aus den 1940er Jahren. Die Menschen liebten und weinten um die Schriftstellerin, auch, weil sie immer für Toleranz, Gewaltlosigkeit gegenüber Kindern und Tieren und gegen Rassenhass eingetreten war. Sieben Jahre später jedoch folgte der Hamburger Oettinger-Verlag, der die deutschen Rechte Lindgrens vertritt, dem schwedischen Verlagsvorbild und griff zum Radiergummi. „Negerkönig“, wie Pipis Vater in der Originalfassung hieß, und auch die „Negersprache“ verschwanden aus den Neuauflagen. Sie verwandelten sich in „Südseekönig“ und nach seinem Land „Taka-Tuka-Sprache“. Es ist nach Berichten höchst fraglich, ob Lindgren das so gewollt hätte.

Lösungswege wo ist der Ausweg, der die Heftigkeit der Töne dämmt, die Gegner zusammenführt und gleichzeitig Neues aufzeigt?
Fast 80 Prozent sind laut einer Umfrage gegen Änderungen von Begriffen wie „Indianer“ und „Negerkönig“ in den alten Büchern von Karl May und Astrid Lindgren. Aber immerhin fast die Hälfte der 3386 Befragten unterstützte eine weitere Linie: „Wir sollten sensibel mit der Sprache umgehen und Begriffe vermeiden, von denen sich manche diskriminiert fühlen“.

Steckt hinter diesem Wunsch die Möglichkeit, sich für die Zukunft Veränderungen vorzunehmen, die rückwirkend besser nicht zum Einsatz kommen?
Die 1980 in Süddeutschland geborene Kulturwissenschaftlerin Olalolou Fajambola setzt ähnlich auf praktische Lösungen. Sie rät zu einem konsequenten Umbau in Deutschlands Buchhandlungen und Leihbüchereien. Was fehlt dort, fragte sie der „Spiegel“. Fajambola antwortet darauf: „Selbst in Buchläden mit gut sortierten Abteilungen für Erwachsene denkt man in der Kinderbuchabteilung viel zu oft: Willkommen in den Fünfzigerjahren. Die böse Pippi Langstrumpf Klassiker der Literatur. Gefeierter Schulstoff. Und plötzlich sollen Passagen verboten werden?

Begriffe, die vor Jahrzehnten unproblematisch schienen, verletzen Menschen. Muss die Gesellschaft das aushalten, oder muss sich die Literatur anpassen? Pippi Langstrumpfs Schöpferin Astrid Lindgren stand außer Verdacht, rassistisch zu sein. Dennoch sind ihre Bücher bei manchen verpönt. Das liegt am N-Wort. Magdalena Kießling, Professorin für Literatur „Es gibt zu wenig Sensibilität dafür, was die Macht von Sprache ausmacht.“

Macht erzeugt aber auch sehr oft Ohnmacht. In diesem Sinne fordere ich Sie auch in diesem Monat dazu auf, seien Sie mutig benutzen Sie die Sprache so wie sie es gewohnt sind und erzählen Sie uns Ihre Geschichte.

In diesem Sinne bleiben Sie gesund und passen Sie auf sich auf. /J/L 01.02.2024 

 ...................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

 Schreibwettbewerbe, Literaturwettbewerbe 2024

  ...................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

 Korbinian-Paul Maar-Preis für neue Talente 2024

  • Thema: keine Vorgabe
  • Genre: Kinder- und Jugendliteratur
  • Voraussetzung:
    • Bewerber*innen haben bisher nicht mehr als drei Bücher veröffentlicht
    • unveröffentlichte Manuskripte werden nicht angenommen
    • eingereichte Bücher erscheinen zwischen dem 31. April 2023 und dem 31. März 2024
  • Preis:500,- Euro
  • Bewerbungsfrist:  Februar 2024

📌 Link: Korbinian-Paul Maar-Preis für neue Talente 2024

...................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

 Literaturpreis Nordost

  • Thema:In Finsternis …
  • Genre: Utopie
  • Voraussetzung:Einzureichen sind kleine oder größere Utopien von maximal 15.000 Zeichen.
  • Preis:
    Preis: 14-tägi­ger Schreib­auf­ent­halt in der Pri­g­nitz inklusive Preis­ver­lei­hung (NORD­OST-Wind­ro­se) und Lesung im Brü­sen­ha­ge­ner Kirch­turm sowie Kamin­ge­spräch mit den Lek­to­ren Obst & Ohle­rich. Als Unter­kunft dient eine groß­zü­gi­ge Feri­en­woh­nung. Zeit­raum ist die Neben­sai­son 2024. Im Wert von rund 1.700,- €, inkl. 250,- Euro Taschen­geld, exklu­si­ve An- und Abreise
    2. Preis: Ein Lite­ra­tur­gut­ach­ten über 200 Norm­sei­ten im Wert von 700,-
    3. Preis: Ein Lite­ra­tur­gut­ach­ten über 100 Norm­sei­ten im Wert von 450,- €
  • Bewerbungsfrist:  Februar 2024

📌 Link: 17. Literaturpreis Nordost

   ...................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

 Literaturpreis für Jugendliche im Umkreis München

  • Thema:Herkunft
  • Genre: keine Vorgabe, jedoch sind in sich geschlossene Geschichten gefragt
  • Voraussetzung:
    • Bewerber*innen sind zwischen 13 und 18 Jahre alt und kommen aus den Landkreisen Ebersberg und München oder dem Münchener Umland
    • Einsendung von 3-6 Manuskriptseiten, Schriftart „New Courier“, Schriftgröße 14, Zeilenabstand 1,5
  • Preis:
    • Preis: 150,- Euro
      2. Preis: 100,- Euro
      3. Preis: 50,- Euro
    • Veröffentlichung der prämierten Geschichten auf der Homepage der VHS Vaterstetten sowie bei Facebook
  • Bewerbungsfrist:  Februar 2024

📌 Link: Literaturwettbewerb für Jugendliche im Umkreis München

    ...................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

 Thema:Stein

  • Genre: Kurzgeschichten und Bilder
  • Voraussetzung: eingereichte Werke sind unveröffentlicht
  • Preis:
    • Preis: 2.500,- Euro
      2. Preis: 200,- Euro
      3. Preis: 200,- Euro
      Nachwuchspreis: 200,- Euro
    • Veröffentlichung der 30 besten Werke in einem Buch
  • Bewerbungsfrist:  Februar 2024

📌 Link: SpaceNet Award 2024

Möllertaler Geschichten Festival 2024 – Kurzgeschichtenwettbewerb

  • Thema:Jetzt
  • Genre: Kurzgeschichten
  • Voraussetzung: 
    • Bewerber*innen sind über 14 Jahre alt
    • unveröffentlichter Text von 750-1750 Wörtern
  • Preis:
    • Literaturpreis des Landes Kärnten und Preise der Fachjury: insgesamt 1.350,- Euro
    • Publikumspreis: insgesamt 850,- Euro
    • Möllertaler Preis: insgesamt 850,- Euro
  • Bewerbungsfrist:  Februar 2024

📌 Link: Möllertaler Geschichten Festival 2024 Kurzgeschichtenwettbewerb

..................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

 Tage der deutschsprachigen Literatur 2024 / Ingeborg-Bachmann-Preis und weitere Preise

21.02.2024

Link zur Ausschreibung

deutschsprachige Prosatexte * unveröffentlicht * Für die Bewerbung ist es notwendig, von einem Verlag oder einer Literaturzeitschrift schriftlich empfohlen zu werden

..................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

 Junger Literaturpreis Schleswig-Holstein

29.02.2024

Link zur Ausschreibung

Prosa * unveröffentlicht * Thema frei * für junge Erwachsene von 14 bis 20 Jahren

..................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................
 Gedicht desMonats 
..................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

Augen in der Großstadt

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
Mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? vielleicht dein Lebensglück …
vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hasts gefunden,
nur für Sekunden …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider;
Was war das? kein Mensch dreht die Zeit zurück …
vorbei, verweht, nie wieder.

Du musst auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe
dein Genosse sein.
Es sieht hinüber
Und zieht vorüber …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider.
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.

.............................................................
Kurt Tucholsky (Berlin,1932).

.............................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

Buch desMonats 
..............................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

 hermann hesse der lange weg zu sich selbst gebundene ausgabe eugen drewermann

Hermann Hesse: Der lange Weg zu sich selbst
Zur Sprengkraft eines literarischen Denkers
• Eugen Drewermann

Eugen Drewermann hat sich wiederholt zum Wirken von Hermann Hesse (1877–1962) geäußert. Dieses Buch versammelt seine Beschäftigung mit dem deutschen Literaturnobelpreisträger. 2019 erhält der Autor den Preis der Internationalen Hermann-Hesse-Gesellschaft verliehen, eine Auszeichnung für die »Auseinandersetzung mit … Hermann Hesse, insbesondere die Pflege und Förderung des interkulturellen Dialogs«.

....................................................................................................................................................................................
Der Band enthält die Essays »Die Orientreise - der lange Weg zu sich selbst«, »Das Individuelle gegen das Normierte verteidigen« und »Gedanken über Narziss und Goldmund« sowie die Laudatio von Volker Michels auf den Preisträger sowie die Preisrede von Eugen Drewermann.

Dr. Eugen Drewermann ist Theologe, Psychoanalytiker und Schriftsteller mit internationaler Reichweite; er gehört zu den erfolgreichsten theologischen Autoren. Für sein friedenspolitisches Engagement wurde er 2007 mit dem Erich-Fromm-Preis ausgezeichnet, 2011 erhielt er den internationalen Albert-Schweitzer-Preis, 2019 den Preis der Internationalen Hermann-Hesse-Gesellschaft. Der gefragte Referent nimmt immer wieder Stellung zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen.

Eugen Drewermanns Text zu: Hermann Hesse – Der lange Weg zu sich selbst, enthält verschiedene Texte über Hesse, darunter ua „Das Individuelle gegen das Normierte verteidigen“, ein Text, der bereits 1995 bei Suhrkamp Taschenbuch erschienen ist; Dieser trägt nicht zufällig diesen Titel, der einstige Priester liegt die heutige Form der Kirche hinter sich und widmet sich immer mehr tiefenpsychologischen und spirituellen Ausrichtungen. Ein Theologe der sich sozusagen von der Theologie zur Psychoanalyse hin entwickelt hat.

Der ehemalige „Diener der Kirche“ wird Anfang der Neunzigerjahre von seinem Amt suspendiert – die Lehrerlaubnis wird ihm entzogen, hesseähnlich wird er ein „Anwalt des Gewissens“, der sich vom äußeren System lossagt, um sich mit der eigenen Selbstbestimmung zu verpflichten; H. Hesse: »Wer nicht in die Welt zu passen scheint, der ist immer nah dran, sich selbst zu finden.« Was beide Autoren hier gemeinsam haben, dass sie im Laufe ihres eigenen Werdegangs, in Verbindung mit der inneren Ausrichtung und Verbindung, auch dem Wunsch nach mehr Selbstbestimmung, mit äußerlich gesetzten Systemen immer mehr in Konflikt kommen.

Der Theologe und Tiefenpsychologe erhält 2019 den Preis der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft; zwei seiner Aufsätze, die von 1994 und 1995 stammen, sowie ein Vortrag zur Auszeichnung selbst, sind Schriften zur Ermutigung von sich selbst; Volker Michels, der das Werk von Hesse betreut und herausgibt, sowie Karl-Josef Kuschel, Präsident der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft, haben hier zusätzliche eigene Beiträge beigesteuert. Mit anderen Worten: Hier wurden Texte anlässlich der Preisverleihung von Drewermann zusammengestellt, inklusive der gehaltenen Preisrede. Leider sind alle Texte von Drewermann älteren Datums, und weisen nicht unbedingt »eine frische, aktualisierte Version« auf das Werk von Hesse hin.

In seinen Texten nimmt Eugen Drewermann auf verschiedene Werke von Hesse Bezug, die unter anderem eine Auslotung zur »ewigen Mutter« als auch eine Loslösung von der »Sehnsucht nach dem Vater« sind, immer das Unbewusste auf dem inneren Radar erforschend – weil Bücher in uns etwas sprechen und aufzeigen können, was in uns selbst lebt! Die Prägung der eigenen Eltern, die innere Befreiung von ihnen, Anhaftung und Loslösung, innere Begrenzung und als Gegenpol die innere Freiheit ist etwas, was alle diese Texte als eine Art roten gemeinsamen Faden haben, als eine Art das Individuelle zu verteidigen und das Normierte zur »Strecke zu bringen«. Das alles immer Blick auf die eigene Wahrhaftigkeit ausgerichtet.

Gott hat mit jedem von uns etwas gemeint – das es zu verwirklichen gilt, ist einer der Kernaussagen dieses Buches, die man getrost einmal in aller Ruhe auf sich wirken lassen kann. Die Frage ist nur, ob wir unsere Liebeskraft in uns erweitern und entwickeln können, ob wir dem »Geheimnis des Seins« auf die Spur kommen; Doch was Hesse und Drewermann verbindet und auch gemeinsam haben, ist die Bewusstwerdung des ICH und das Hin-Lauschen nach innen. Es ist diese innere Ausrichtung, nach der unser Leben bestimmt und gelebt wird und beide gemeinsam ist. Die Ausrichtung auf eine gelebte Wahrhaftigkeit ist etwas, das nicht nur beiden Autoren gemeinsam ist, sondern auch für das eigene Leben adaptiert gehört, wenn die innere Wahrheit auch nach außen gelebt haben möchte, um ein wirklich zufriedenes gelebtes Leben geführt zu haben.


Meinung zum Buch

„Pädagogisch, psychologisch, politisch, moralisch, religiös – in fünf Bereichen mindestens hat Hermann Hesse in den Auseinandersetzungen seines Lebens etwas Exemplarisches durchlitten und erstritten, das unwiderleglich und kostbar ist: das Recht und die Rechtfertigung, ein Individuum zu sein.“ So fasst der Theologe, Psychoanalytiker und Schriftsteller Eugen Drewermann zusammen, was für ihn Person und Werk von Hermann Hesse auf dessen „langen Reise zu sich selbst“ ausmacht.

Unter dem Obertitel „Der lange Weg zu sich selbst“ sind in dem Buch vier Texte von Drewermann zu finden, die durchaus unabhängig voneinander gelesen werden können.

„Mein Dank an Hermann Hesse“ ist jener Text überschrieben, mit dem sich Drewermann für die Verleihung des Hermann-Hesse-Preises an ihn bedankt. Drewermann sieht Hesse als einen apolitisch Politischen, der einem „hellsichtigen Humanismus“ verpflichtet ist. Geprägt sieht er Person und Werk durch Eigensinn, Überzeugung und Verweigerung. Anhand von „Klein und Wagner“, vor allem aber mit „Narziß und Goldmund“ verweist Drewermann auf das Problem der Spannung von Selbstsein und innerer Zerspaltenheit. Und mit dem „Steppenwolf“ auf den Weg ins Unerschaffene, in die Menschwerdung. Drewermann ergänzt seine Ausführungen mit eigenen Erfahrungen, die er überschreibt: Das Existieren als Einzelner, innere Freiheit in absoluter Bindung, Religion als Therapie, einfühlendes Zuhören.

„Das Individuelle gegen das Normierte verteidigen“ ist der zweite Text von Drewermann überschrieben. Deutlich verweist Drewermann darauf, dass der Einzelne und seine politische Dimension bei Hesse überall vor allem an den Fragen um Krieg und Frieden erhellt wird. So schreibt Hesse: „Das Brudergefühl, das dadurch genährt wird, dass man zu Tausenden marschiert und Waffen trägt, ist mir sowohl in der militärischen wie revolutionären Form nicht annehmbar.“

„Gedanken über Hermann Hesses ‚Narziß und Goldmund‘“ greift noch einmal Gedanken aus dem „Dank an Hermann Hesse“ auf und vertieft sie aus psycholanalytischer Sicht. Probleme sind für Hesse die verbannte Mutter, die Polarität von Geist und Gefühl, die Spannung von Freiheit und Ausdruck sowie die Sehnsucht nach der Urmutter.

„Hermann Hesse: Die Orientreise – Der lange Weg zu sich selbst“ beschließt Drewermanns Texte; es ist die Nachschrift eines von Drewermann frei gehaltenen Vortrages. Er sieht Hesse bei einer „Pilgerreise“ zu sich selbst nicht als Reiseleiter oder Tourismus-Berater sondern als Begleiter an der Seite von Wandernden, niemals Ruhenden, wie in der „Morgenlandfahrt“ aus verschiedenen Facetten deutlich wird.

Ergänzt werden die Beiträge von Eugen Drewermann durch eine Einleitung des Tübinger Theologen Karl-Josef Kuschel und den Herausgeber der Schriften und Briefe Hermann Hesses, Volker Michels. Kuschel setzt Drewermann in Kontakt zu seinem Gespräch mit Literaturen und Religionen. So seine Beschäftigung mit Dostojewski und mit Hermann Melville. Aber auch zu den Erfahrungen von Hesse und Drewermann mit Tiefenpsychologie und nichtchristlichen Religionen. Volker Michels sieht Drewermann als einen „streitbaren Mutmacher“.

Diesem hier zusammengefassten Blick Drewermanns aus verschiedenen Perspektiven auf den „streitbaren Mutmacher“ Hermann Hesse sind viele Leser zu wünschen.

© Werner A. Krebber

.....................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................

Fortsetzung folgt

 


 
Januar.2024 
Ich lade Sie herzlich ein, lassen Sie uns gemeinsam mit Dr. Eugen Drewermann in das neue Jahr starten.                               
- Hier geht es zum Video -

 „Tragen wir in die Zeit hinein die Wahrheit des Wortes: Nur die frei bleiben von Gewalt,werden das Land besitzen, diese Erde als Menschen bewohnen.“
 
  
 

jockel

Nur wer die eigene ...
... Vergangenheit respektiert, übernimmt die volle Verantwortung für sein Hier und Jetzt.


Neujahr
Übergangsphase

Oftmals werden schwierige Ereignisse, die wir schon meinten hinter uns gelassen zu haben, gerade in der Übergangsphase von altem und neuem Jahr wieder lebendig. Emotionen suchen sich ihren Raum. Besonders, wenn wir einen lieben Menschen, ein Haustier oder eine liebgewonnene Umgebung loslassen mussten, kann es sein, dass wir den Schmerz und die Trauer nochmals sehr intensiv durchleben. Wir spüren die Endgültigkeit, die uns mit dem Ende des Jahres sehr stark ins Bewusstsein tritt.

Das Traurig sein zulassen, hilft verarbeiten und ist ein Schritt in die neue Richtung. Ein Entwicklungsschritt, der schmerzhaft ist, aber auch befreiend. Durchschreiten, annehmen, wieder loslassen... Irgendwann wachsen wir in die Antwort hinein, wie Rilke sagte und Neues kann und darf entstehen. Den Rhythmus bestimmen wir selber.

Das Neujahr mit seinem neuen Tag, mit seinem frischen Morgen bietet uns die Möglichkeit eines Neuanfangs. Egal wie groß oder klein dieser ist, wir können ihn genau nach unseren Vorstellungen, nach unseren ureigenen Bedürfnissen selber gestalten. Welche Freiheit!

Altjahreswoche
Altes reflektieren - über Neues fantasieren

In der Altjahreswoche dürfen wir uns durchaus etwas Zeit nehmen für uns selber. Es kann hilfreich sein, über das alte Jahr zu reflektieren und uns in Fantasien und Träumereien über das neue Jahr fallen zu lassen. Sich die Zeit nehmen und dieses "Dazwischen" bewusst gestalten ist ein wunderbares Ritual, das befreit und stärkt, das öffnet und Mut macht.

Loslassen
Klingt immer so einfach

Manchmal ist es Zeit, etwas oder jemanden loszulassen, weil wir uns nicht mehr wohl fühlen, weil wir krank werden, weil es nicht mehr passt, weil es uns den Atem nimmt, weil wir aus einer Rolle aussteigen möchten...

Wir dürfen uns eingestehen, dass wir das ein oder andere nicht mehr lieben und Abhängigkeiten und Gewohnheiten kein Ersatz für Liebe sind. Vielleicht passen die Freunde nicht mehr, der Partner, die Freizeitbeschäftigungen oder die Arbeit erfüllt nicht mehr. Manchmal stehen alte Konflikte im Raum, die wir über das Jahr hinweg aufgeschoben oder verdrängt haben. Gefühle und Emotionen, die nach Ausdruck drängen. Möchten wir entspannter ins neue Jahr gehen, ist es hilfreich die Dinge beim Namen zu nennen. Ein Gespräch erledigen, sich Luft verschaffen, etwas bereinigen.

Das neue Jahr kann kommen
Ruhen lassen - Druck wegnehmen

Das neue Jahr lässt sich leichter umarmen, wenn wir das ein und andere erledigt haben, aber auch damit, dass wir es ruhen lassen und annehmen, wie es jetzt gerade ist. Unter Druck setzen mit Vorsätzen wirkt kontraproduktiv. Das Leben müssen wir nicht innerhalb weniger Tage umstrukturieren. Meistens reicht es, wenn wir uns bewusstmachen, was wir im Laufe des neuen Jahres verändern möchten. Welche Wünsche und Bedürfnisse mehr Beachtung und Raum brauchen, welche Fragen zu beantworten sind. Denn schließlich steht wieder ein ganzes Jahr vor uns, das uns Zeit für Entwicklung schenkt. Und das ist doch etwas Wunderbares.

Vorsätze
Überleben selten lange

Für viele Menschen ist Neujahr ein guter Zeitpunkt, um Vorsätze zu fassen und sie auch anzugehen. Manche Vorsätze überleben sogar den ersten Monat, viele jedoch scheitern bereits am Tag danach und nur wenige werden wirklich konsequent durchgezogen. Das mit den Vorsätzen ist also leichter vorgenommen als umgesetzt. Vorsätze sind ja auch etwas ganz fieses. Warum? Weil sie in der Regel nicht lebensnotwendig sind. Will man ein Ziel erreichen, muss dieses Ziel so stark sein, dass wir uns von ihm ziehen lassen. Oder anders gesagt, man muss richtig Bock haben darauf: „Anfangen ist leicht, durchziehen schwer, Ziel erreichen unmöglich. Fazit: Ziele müssen krass Bock machen, wie die Blüten am Baum, die unbedingt zur Frucht werden wollen."

Bucket-List
Kann Sinn machen

Ich bin kein Fan von Listen jeglicher Art. Mache ich mal eine, wird sie schon am anderen Tag über Bord geworfen. Das ist wie mit den Vorsätzen. Da geht es mir wie den meisten Menschen. Wahrscheinlich geht es uns einfach zu gut. Wir müssen ja nicht, wir leben ewig. So in etwa. Neulich las ich dann die Geschichte von Martin Inderbitzin, der nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs sein Leben umkrempelte. Konfrontiert mit seiner Endlichkeit erstellte er eine sogenannte Bucket-list, eine Liste mit Dingen, die man noch nie gemacht hat, aber in seinem Leben gerne noch machen möchte. Drei Monate nach der ersten Chemotherapie schaffte er den ersten Triathlon, er heiratete, machte eine Weltreise..., gibt heute Workshops.

Zugegeben, das sind nicht unbedingt Dinge, die ich noch machen möchte, aber es zeigt sehr schön auf, dass fast alles möglich ist. So eine Bucket-list in der Altjahreswoche erstellen, warum nicht. Wir brauchen nicht zu warten, bis wir durch einen Schicksalsschlag "gestoßen" werden.

Mit diesen kleinen Denkanstößen möchte ich mit Ihnen gemeinsam das neue Jahr beginnen. Herzlichen Dank für den Besuch auf meiner Webseite und an die Autoren/innen für das Engagement und das Herzblut für dieses Projekt. Bleiben Sie gesund und passen Sie auf sich auf./ J/L 01.01.2024


Ein Jahr ist nichts

Ein Jahr ist nichts, wenn man's verputzt,

ein Jahr ist viel, wenn man es nutzt.

Ein Jahr ist nichts; wenn man's verflacht;

ein Jahr war viel, wenn man es ganz durchdacht.

Ein Jahr war viel, wenn man es ganz gelebt;

in eigenem Sinn genossen und gestrebt.

Das Jahr war nichts, bei aller Freude tot,

das uns im Innern nicht ein Neues bot.

Das Jahr war viel, in allem Leide reich,

das uns getroffen mit des Geistes Streich.

Ein leeres Jahr war kurz, ein volles lang:

nur nach dem Vollen misst des Lebens Gang,

ein leeres Jahr ist Wahn, ein volles wahr.

Sei jedem voll dies gute, neue Jahr.


(Hanns Freiherr von Gumppenberg, 1866-1928, deutscher Dichter, Übersetzer, Kabarettist)


Vorrauschau 2024

Politik

Dass der Krieg in der Ukraine 2023 beendet sein würde – womöglich mit einem Sieg Kiews über den russischen Aggressor – lag vor einem Jahr im Erwartungshorizont nicht weniger Experten. Es kam anders. Ein wichtiger Grund: Der Westen unterstützt gerade nicht genug – für die Ukraine ist es zu viel um zu verlieren, aber zu wenig für den Sieg. Wird es 2024 Frieden geben? Und unter welchen Bedingungen? Reicht man Putin den kleinen Friedensfinger, nimmt er dann die ganze Hand?

Wenn Mitte Februar die 60. Münchner Sicherheitskonferenz stattfindet, wird ein weiterer Krieg auf der Tagesordnung stehen. Die Hamas hat ihn Israel erklärt mit einem Massaker an Zivilisten. Die Unschuldigen sind auch die Leidtragenden des israelischen Einmarsches im Gazastreifen.

Der Westen unter Druck

Wie im Fall der Ukraine ist der Westen der eigentliche Feind. Iran, China, Russland und ihre Verbündeten wollen die freiheitlichen Demokratien destabilisieren – eine Erkenntnis, die alles andere als neu ist, lässt man die warnenden Mottos der letzten Sicherheitskonferenz Revue passieren.

Nicht nur unverbesserliche Pessimisten oder Optimisten – je nach Haltung – stellen sich den Westen bereits ohne die USA vor, wenn sie auf den 5. November blicken, den Tag der Präsidentenwahl in Amerika. Nein, Donald Trump ist noch nicht in eine zweite Amtszeit gewählt, er ist noch nicht einmal als Kandidat nominiert. Aber für den Fall der Fälle warnen auch unaufgeregte Analytikerinnen wie Liana Fix Europa, sich allzu großen Illusionen hinzugeben.

"Wenn Donald Trump einfach die Glaubwürdigkeit der Nato infrage stellt und die Glaubwürdigkeit der US-Garantien für Europa, und zum Beispiel suggeriert, dass er nicht zur Verteidigung des Baltikums kommen wird. Allein so eine Aussage kann schon ausreichen, um die Verteidigung der Nato komplett zu unterminieren, und um Russland zu ermutigen, zu zündeln an den Grenzen." Liana Fix, Council on Foreign Relations, Washington.

Neue Gesetze und Verordnungen

Die Bundesregierung hat für das Jahr 2024 eine Reihe von Änderungen auf den Weg gebracht, einige davon wirken sich direkt auf die finanzielle Situation vieler Bürgerinnen und Bürger aus. Manches war bereits seit Längerem geplant, anderes kam erst vor Kurzem hinzu, weil die Bundesregierung nach dem Haushaltsurteil des Verfassungsgerichts ihre ursprüngliche Finanzplanung korrigieren musste. Wichtige Änderungen im Überblick

Bürgergeld und Mindestlohn steigen

Die Regelsätze für das Bürgergeld steigen um 12 Prozent - von bislang 502 auf 563 Euro monatlich für Alleinstehende. Die geplante Erhöhung war unter anderem von CDU und FDP aufgrund der angespannten Haushaltslage kritisiert worden.

Der Mindestlohn steigt im Januar von 12 auf 12,41 Euro in der Stunde.

Auch die Obergrenze für Minijobs steigt: von 520 auf 538 Euro im Monat.

Der Mindestlohn in der Altenpflege steigt ab Mai 2024 auf 15,50 Euro für Pflegehilfskräfte, auf 16,50 Euro für qualifizierte Pflegehilfskräfte und auf 19,50 Euro für Pflegefachkräfte.

Auch die Renten werden im Juli 2024 voraussichtlich wieder steigen - laut offizieller Prognose um 3,5 Prozent. Die Daten sind vorläufig, Klarheit gibt es erst im Frühjahr.

CO2-Preis steigt deutlich

Der CO2-Preis steigt ab Januar 2024 von 30 auf 45 Euro pro Tonne. Ursprünglich war lediglich eine Erhöhung auf 40 Euro geplant, durch das entstandene Loch im Bundeshaushalt wurde nun kurzfristig die deutlichere Steigerung vereinbart. Das wirkt sich auf die Preise für Diesel, Benzin, Erdgas und Heizöl aus: Der Liter Benzin dürfte sich um rund 4,3 Cent, der Liter Diesel um etwa 4,7 Cent verteuern. Das Instrument der CO2-Bepreisung wurde 2021 eingeführt, der Preis steigt planmäßig jedes Jahr. Allerdings war die Steigerung 2023 wegen der hohen Energiepreise vorübergehend ausgesetzt. Mit der CO2-Bepreisung will man Anreize schaffen, um den klimaschädlichen Verbrauch fossiler Brennstoffe und damit den CO2-Ausstoß zu verringern.

Heizungsgesetz tritt in Kraft

Künftig muss jede neu eingebaute Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das Heizungsgesetz, das im Januar in Kraft tritt, gilt aber zunächst nur für Neubaugebiete. Für Neubauten außerhalb von Neubaugebieten gilt die Regelung frühestens ab 2026. Für bestehende, funktionierende Heizungen, etwa Öl- oder Gasheizungen, ändert sich erstmal nichts, sie können weiterlaufen und dürfen auch repariert werden. Für neue Heizungen in Bestandsgebäuden gilt eine Übergangsfrist. Wer eine neue Heizungsanlage einbauen möchte, die mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen - also etwa Erdgas - betrieben wird, muss sich vorab verpflichtend beraten lassen. Einen guten Überblick über die neuen Regelungen bietet der Heizungswegweiser der Bundesregierung.

Cannabis: Legalisierung kommt

Besitz und Konsum von Cannabis soll für Erwachsene ab dem 1. April 2024 mit Einschränkungen straffrei sein. Sie dürfen künftig bis zu 25 Gramm Cannabis zum Eigenbedarf besitzen, im privaten Eigenanbau ist der Besitz von bis zu 50 Gramm sowie von bis zu drei weiblich blühenden Pflanzen erlaubt. Strafbar soll im öffentlichen Raum erst ein Besitz ab 30 Gramm sein, im privaten Raum ab 60 Gramm.

Neues Pfand auf Einweg-Milchflaschen

Auf Milch und milchhaltige Getränke in Einweg-Plastikflaschen werden ab Januar 25 Cent Pfand fällig. Bislang waren diese Getränke von der Pfandpflicht ausgenommen.

"Tethered Cap" für Plastikflaschen wird Pflicht

Ab Juli 2024 müssen Einweg-Plastikflaschen und Tetrapaks eine feste, nicht mehr abtrennbare Verschlusskappe haben. Dann werden die sogenannten Tethered Caps ("angebundene Kappen") Pflicht für PET-Getränkeverpackungen mit einem Volumen von bis zu drei Litern, also etwa für Wasser, Limonade und Milch. Hintergrund ist eine neue EU-Vorgabe, die für weniger Plastikmüll in der Umwelt sorgen soll.

Steuerfreibetrag wird erhöht

Einkommensteuer: Der steuerliche Grundfreibetrag - also das Einkommen, bis zu dem keine Steuer gezahlt werden muss - steigt um 180 Euro auf 11.784 Euro.Auch der Kinderfreibetrag soll steigen: auf 6.612 Euro pro Kind.Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent ist 2024 erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 66.761,00 (zuvor 62.810 Euro) fällig.

Energiepreisbremse endet, Umsatzsteuer auf Gas steigt ab März

Die Umsatzsteuer auf Gaslieferungen und Fernwärme war im Oktober 2022 auf sieben Prozent abgesenkt worden. Ab März 2024 soll sie wieder auf 19 Prozent angehoben werden.Die Strom- und Gaspreisbremse endet am 31. Dezember 2023 und wird nicht, wie zunächst geplant, bis Ende März 2024 fortgesetzt. Durch sie waren die Strom- und Gaskosten für 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs gedeckelt - auf 12 Cent pro Kilowattstunde Gas sowie 40 Cent pro Kilowattstunde Strom. Verbraucher sollten daher prüfen, ob sich ein Anbieterwechsel für sie lohnt.

 Keine Förderung mehr für E-Autos

Die Förderung für den Kauf neuer E-Autos ist bereits kurzfristig Mitte Dezember ausgelaufen. Seither gibt es keine Prämie mehr. Allerdings haben mehrere Autobauer bereits angekündigt, ihren Kunden stattdessen einen entsprechenden Rabatt einzuräumen.

Mehrwertsteuer in der Gastronomie steigt wieder

In Restaurants und anderen Gastronomiebetrieben gilt ab Januar 2024 wieder der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Er war 2020 während der Corona-Pandemie befristet von 19 auf 7 Prozent gesenkt worden.

Ladekabel: USB-C wird einheitlicher Standard

Ab Dezember 2024 müssen viele in Deutschland verkaufte Elektrogeräte einen einheitlichen USB-C-Ladeanschluss haben. Der USB-C-Standard gilt künftig für alle kleinen und mittelgroßen Geräte, die aufladbar und tragbar sind, also beispielsweise Smartphones, Tablets, Digitalkameras, Kopfhörer, tragbare Lautsprecherboxen, E-Reader oder Spielekonsolen.

Kinderzuschlag steigt

Um Familien mit geringem Einkommen finanziell besser zu unterstützen, steigt der Höchstbetrag des Kinderzuschlag von 250 Euro auf bis zu 292 Euro pro Monat und Kind.

Niedrigere Einkommensgrenze für Elterngeld

Die Einkommensgrenzen für das Elterngeld sinken. Bisher konnten Eltern mit einem gemeinsamen zu versteuernden Einkommen von bis zu 300.000 Euro und Alleinerziehende mit einem Verdienst von bis zu 250.000 Euro Elterngeld beantragen. Ab April 2024 wird die Einkommensgrenze in zwei Schritten zunächst auf ein jährliches Einkommen von 200.000 Euro, ab April 2025 auf 175.000 Euro für Paare und 150.000 Euro für Alleinerziehende gesenkt.

Führerschein-Umtausch, Lkw-Maut wird ausgedeht

Führerschein-Umtausch: Wer in den Jahren 1965 bis 1970 geboren ist und noch einen rosafarbenen oder grauen Führerschein besitzt, muss das Dokument bis zum 19. Januar 2024 in einen fälschungssicheren Scheckkarten-Führerschein umtauschen. Der Umtausch erfolgt stufenweise nach Geburts- beziehungsweise Ausstellungsjahr.Die Mautpflicht für Lastwagen auf Deutschlands Fernstraßen wird 2024 auf Lkw mit mehr als 3,5 Tonnen ausgedehnt. Handwerkerfahrzeuge unter 7,5 Tonnen sind von der Mautpflicht befreit.Nicht vergessen: Wer an seinem Fahrzeug eine grüne TÜV- oder HU-Plakette hat, muss 2024 zu einer Prüfstelle fahren und bekommt - wenn es keine technischen Mängel gibt - einen frischen Aufkleber in Blau.

E-Rezept wird verpflichtend

Ab Januar müssen Ärzte für verschreibungspflichtige Arzneimittel E-Rezepte auszustellen. Versicherte können die E-Rezepte in der Apotheke per App, Papierausdruck oder mit der Krankenkassenkarte einlösen.

Längerer Anspruch auf Kinderkrankengeld

Berufstätige Eltern, die gesetzlich krankenversichert sind, haben ab 2024 statt auf bislang zehn auf bis zu 15 Kinderkrankengeldtage Anspruch. Für Alleinerziehende sind es künftig 30 statt bisher 20 Arbeitstage. Die Corona-Sonderregelung, die bis zu 30 Tage pro Elternteil ermöglichte, läuft aus.

Balkonkraftwerke: Inbetriebnahme wird einfacher

Die Installation von Balkonkraftwerken soll ab dem 1. Januar 2024 leichter werden. Künftig soll eine Registrierung im Marktstammregister der Bundesnetzagentur ausreichen. Auch dürfen die Geräte sofort in Betrieb genommen werden, für den Austausch des Stromzählers ist der Netzbetreiber zuständig.

Kinderreisepass wird abgeschafft

Ab Januar 2024 können keine Kinderreisepässe mehr beantragt werden. Das Dokument, das es nur für Kinder unter zwölf Jahren gab, soll durch einen elektronischen Reisepass mit längerer Gültigkeitsdauer ersetzt werden. Bereits ausgestellte Kinderreisepässe behalten ihre Gültigkeit bis zu ihrer regulären Ablauffrist.

Auch in Hamburg keine Bahnsteigkarte mehr nötig

Als letztes Bahnunternehmen in Deutschland schafft der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) die Bahnsteigkarte ab. Sie kostete zuletzt 10 Cent und berechtigte zum Betreten des Bahnsteiges, um beispielsweise Menschen zum Zug zu begleiten oder abzuholen.


Poetry Slam News

Die letzten Berliner waren gerade verputzt und der Silvestermüll war noch nicht weggeräumt, da stand am 2. Januar 2024 die Hamburger Elbphilharmonie ganz im Zeichen des Poetry Slams mit drei Veranstaltungen inklusive der Verleihung des „Kampf der Künste Awards“.

In drei Shows mit über 6.000 Gästen in der Hamburger Elbphilharmonie wurde das gesprochene Wort gefeiert. Dabei waren die besten Slamer des Landes von u.a. David Friedrich und Paulina Behrendt dabei. Verliehen wurden im Rahmen des Best of Poetry Slam Days zum zweiten Mal die Poetry Slam Awards Deutschlands.

Der Gewinner des deutschen Poetry Slam Awards 2024 ist Julian Heun. Der Award ist mit 4.000 Euro dotiert. Die Auszeichnung begründete die dreiköpfige Jury bestehend aus:

Lisa Jaspersen (Inhaberin Faible,Booking, Leipzig), Karsten Strack (Gründer Lektora Verlag und künstlerischer Leiter des Literaturbüros OWL) und Christine Brinkmann (Poetry Slam Veranstalterin und Leiterin der Literatursparte beim Zakk Düsseldorf) u.a. mit den Worten:

„Ja, der Award geht in diesem Jahr an einen der erfolgreichsten und vielfältigsten Aktivisten der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szene. Er ist zweifacher deutschsprachiger Meister im Team-Slam, hat in jungen Jahren die deutschsprachige U20-Poetry-Slam-Meister: innen Schaft gewonnen, ist Berliner Meister geworden – aber da ist noch viel mehr: Er ist Slam-Veranstalter, Radio-Moderator, Buchautor, DJ und nicht zuletzt wirkt er als Chefcoach, Trainer der Fußballmannschaft des FK Interslam äußerst positiv in die Slam-Szene hinein. Er ist quasi unser Sepp Herberger. Es ist Julian Heun“.


Nora Gomringer erhielt einen Ehrenpreis. Poetry Slam-Legende Sebastian 23 hielt für sie die Laudatio. Den Publikumspreis für den besten Auftritt am Abend gewann Paulina Behrendt. Dieser ist mit 1.000 Euro dotiert. Mit dem Rising Star Award wurde Benjamin Poliak vom Publikum belohnt.

Geehrt wurden außerdem die Safe Space Kampagne des Vereins Slam Alphas für die beste Szenearbeit und das Hotel Superbude als Held für besondere Verdienste um die Poetry Slam Kultur in Hamburg.

In der Tat, die Best of Poetry Slam Days haben sich mit ihrer zweiten Auflage in Hamburg etabliert. Der Zuschauerzuspruch ist ein guter Beweis. In diesem Sinn, schon einmal vormerken: Der dritte Best of Poetry Slam Day findet am 4. Januar 2025 wieder in der Elbphilharmonie statt. Der Vorverkauf hat begonnen.


 Schreibwettbewerbe   - Januar 2024 


Die Freiheit, die ich meine …

  • Thema: Die Gewissensfreiheit ist eines der wichtigsten Güter in unserer demokratischen Gesellschaft. Aber was bedeutet diese Gewissensfreiheit für jeden Einzelnen? Was hat das mit Verantwortung zu tun? Was hat das mit unserem Zusammenleben zu tun?
  • Genre: keine Vorgabe
  • Voraussetzung: Texte mit bis zu 30.000 Zeichen, maximal drei Einreichungen
  • Preis:
    • 1. Platz: 1.000.- Euro
      2. Platz: 500.- Euro
      3. Platz: 250.- Euro
    • für Gewinner aus der Sonderkategorie Schüler*in: 750.- Euro
    • Reise zur Leipziger Buchmesse und Abdruck der Gewinnertexte in den Publikationen der Medienpartner für die Gewinner*innen
  • Bewerbungsfrist: 31. Januar 2024

📌 Link:Die Freiheit, die ich meine …


Preis der Wuppertaler Literatur Biennale 2024

  • Thema: Vom Verschwinden
  • Genre: keine Vorgabe
  • Voraussetzung: Bewerber*innen sollten bereits erste Veröffentlichungen vorweisen können und zum Zeitpunkt des Einsendeschlusses das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Einzureichen ist ein noch unveröffentlichter deutschsprachiger Erzähltext zum Thema Vom Verschwinden von maximal 15.000 Zeichen. 
  • Preis:
    • Hauptpreis: 5.000,- Euro
    • 2 Förderpreise zu je 1.000,- Euro
  • Bewerbungsfrist: 31. Januar 2024

📌 Link:Preis der Wuppertaler Literatur Biennale 2024


36. Fränkischer Preis für junge Literatur

  • Thema: keine Vorgabe
  • Genre: Lyrik, Prosa
  • Voraussetzung: Wettbewerb richtet sich an Schreibende von 16 bis 30 Jahren aus Franken
  • Preis:
    • Preisgelder in Höhe von insgesamt 1.500,- Euro, die auf bis zu fünf Preisträger*innen aufgeteilt werden
    • Jahresabo der Autorenzeitschrift Federwelt
  • Bewerbungsfrist: 31. Januar 2024

📌 Link: 36. Fränkischer Preis für junge Literatur


Heinrich-Heine-Stipendium 2025/26

  • Thema: keine Vorgabe
  • Genre: Lyrik, Prosa
  • Voraussetzung: Einsendung einer Buchveröffentlichung oder mehreren Einzelveröffentlichungen sowie von 10 bis 20 Seiten eines unveröffentlichten Manuskripts
  • Preis: dreimonatiges Aufenthaltsstipendium in Lüneburg
  • Bewerbungsfrist: 31. Januar 2024

📌 Link: Heinrich-Heine-Stipendium 2025/26


Junges Literaturforum Hessen-Thüringen

  • Thema: keine Vorgabe
  • Genre: Lyrik, Prosa
  • Voraussetzung:
    • Bewerber*innen sind zwischen 16 und 15 Jahren alt und wohnen in Hessen oder Thüringen
    • Einsendung von insgesamt maximal 1.300 Wörtern
  • Preis: 
    • 10x  800,- Euro
    • Teilnahme an einem Workshop
    • Veröffentlichung im Jahrbuch „Nagelprobe“
    • hr2-Literaturpreis
  • Bewerbungsfrist: 31. Januar 2024

📌 Link: Junges Literaturforum Hessen-Thüringen


Buchtipp des Monats Januar ****


 Die Stadt und ihre ungewisse Mauer

 Nach seiner Erzählung Honigkuchen aus dem Jahr 2022 erscheint mit Die Stadt und ihre ungewisse Mauer nun endlich wieder ein neue Roman des großen japanischen Autoren Haruki Murakami. Darin geht es um eine ummauerte Stadt, die nur betreten kann, wer seinen eigenen Schatten zurücklässt – der Roman hat also, wie von Murakami gewohnt, einige surreale Momente. Dort, in dieser Stadt, lebt das wahre Ich des Mädchens, in das sich der Erzähler als Teenager unsterblich verliebt hat. Also besucht er die Stadt, doch das Mädchen erkennt ihn nicht mehr wieder. Zurück in der echten Welt beginnt er, sich ein Leben aufzubauen, doch die Erinnerung an dieses Mädchen lässt ihn nicht mehr los. Ein toller Roman über Selbstfindung, unerwiderte Liebe und die Fähigkeit, über seinen eigenen Schatten zu springen – oder diesen zurückzulassen. Melancholisch, zärtlich, philosophisch – ein echter Murakami eben.

 Insider Tipp

 

 

 


 

Haruki Murakami 586482 1354876780973 xxl 1

Haruki Murakami

Ein weltweit bekannter Bestsellerautor mit Tiefblick: Der japanische Schriftsteller Haruki Murakami wurde 1949 in Kyoto geboren. Heute lebt er in Ōiso auf der der japanischen Hauptinsel Honshū. Murakamis Romane und Erzählungen sind in seinem Heimatland und international Bestseller und wurden bereits in fünfzig Sprachen übersetzt. Sein Debütroman „Pinball“ erschien 1973 in Japan (in Deutschland erst 2015) als erster Teil der „Trilogie der Ratte“. In Deutschland bekanntere Werke Murakamis sind unter anderem „Naokos Lächeln“ (1987, dt. 2001), „Mister Aufziehvogel“ (1995, dt. 1998), „Kafka am Strand“ (2002, dt. 2004) und „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ (2013, dt. 2014). Der Roman „Die Ermordung des Commendatore“ (2017) ist in Deutschland 2018 in zwei Teilen erschienen. Sämtliche Geschichten sind durch surrealistische und mythische Elemente, Anspielungen auf die Popkultur sowie durch schonungslose Direktheit und zugleich große Sensibilität für die menschliche Psyche geprägt. Verlust und Einsamkeit sowie die Suche nach Identität sind wiederkehrende Motive in Murakamis Werk. Der japanische Erfolgsautor bedient sich einer klaren und direkten Sprache und entfaltet in seinen fiktionalen Texten vielschichtige Welten, die den Leser weit über das Alltagsdenken hinaus mitnehmen. Für seine Werke erhielt Murakami zahlreiche Literaturpreise, unter anderem 2006 den Franz-Kafka-Literaturpreis, 2009 den Jerusalem-Literaturpreis und 2014 den Welt-Literaturpreis.


  Gedichte des Monats


winterweg


zarte zeichen gibt der himmel
großes weißes wort

nur mein weg
spart den letzten buchstaben aus
und graues glas
führt singend über die
frostgetrocknete pfütze

eine eisige wolke strandet
festgebissen im gestrüpp
behaart ihr winteratem den strauch

meine finger streicheln
die federn des vogels
seine zerschnittene stimme
die winzige kralle


© Gisela Hübner


Entnommen aus:

Gisela Hübner
Zweisam


Die Gedichte von Gisela Hübner sind lebendige Augenblicke einer genauen Beobachterin. Das lyrische Ich der Autorin ist lustvoll, aber auch zuweilen unerbittlich. Der Ton der Ironie, der immer wieder aufblitzt, trägt den Leser durch die Leuchtgirlande der Lebensmomente.


Lothar Seidler Verlag, Heidelberg
ISBN 978-3-931382-47-6/ € 9,30


 

Neujahr 2024

Alles auf Anfang um Mitternacht,
neues Jahr - neues Glück!
Das Leben ist für die Menschheit gemacht
Und die spielt ihr nächstes Stück.

Es ist ein Epos, ein Versroman,
der handelt von Liebe und Leid.
Man fängt in Gottes Garten an
und träumt von Ewigkeit.

Der Mensch als Schöpfungskrone,
als Primus unter Gleichen,
soll mit dem Schwert und ohne
die Weltherrschaft erreichen.

Er unterwirft die Pflanzen
als erste Daseinsart
und frisst sich einen Ranzen
bis in die Gegenwart.

Dem Tier geht es nicht besser,
es wird durch Jagd und Zucht
Im Wald und im Gewässer
als Nutzvieh schnell verbucht.

Die Erde selbst muss weichen,
wo es der Mensch beschließt,
nur so kann man erreichen,
was tief vergraben ist.

Die Reichen werden reicher,
die Armen werden mehr.
Der Satte füllt seine Speicher,
Der Arme greift zum Gewehr.

Wie wird das Epos enden?
Wohin treibt der Versroman?
Kann man das Blatt noch wenden?
Und wenn: wie, wer und wann?

Wir lesen, verstehen, agieren
als Spieler in diesem Stück.
Wir können alles verlieren…


© Renate-Eggert-Schwarten


 Mehr von dieser Autorin finden Sie direkt auf unserer Webseite. 


 

Pin It
Image
1136945

Aktuell sind 873 Gäste und keine Mitglieder online

amanfang 2 270

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.