Ich habe diesen Text geschrieben, weil es Momente gibt, in denen das Leben uns zwingt, stehenzubleiben. Nicht aus Wahl, sondern weil etwas in uns zerbricht, das wir lange zusammengehalten haben. In solchen Augenblicken zeigt sich, was wir im Alltag überdecken: alte Wunden, alte Muster, alte Wahrheiten, die sich nicht länger verstecken lassen.
„Durchlässig“ ist aus einem solchen Moment entstanden. Aus der Erfahrung, dass das Zerbrechen nicht das Ende ist, sondern der Anfang eines ehrlicheren Weges. Dass das, was wir verdrängen, nicht verschwindet, sondern wartet — geduldig, wie Wasser unter einem Stein. Und dass Loslassen manchmal weniger Kraft kostet als Festhalten. Ich wollte einen Text schreiben, der nicht erklärt, sondern begleitet. Einen Text, der zeigt, dass Durchlässigkeit keine Schwäche ist, sondern eine Form von Reife. Dass Wunden nicht verschwinden müssen, um uns ganz zu machen. Und dass das stille Ja zu unseren Brüchen oft der erste Schritt zu uns selbst ist. Dieses Gedicht ist eine Einladung, das Zerbrechen nicht als Niederlage zu sehen, sondern als eine innere Alchemie: ein Prozess, der uns verwandelt, wenn wir ihm Raum geben.J/L
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