Heiße Tage

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Vor wenigen Tagen noch liefen wir mit Pullover und Jacken herum – nun ist es heiß geworden, sehr heiß. Ganz plötzlich ist die Hitze da. Und das noch vor dem Sommersonnenwendetag.Wir sind ein herzkranker Haushalt – alle alten Haustiere haben ihre Probleme, und ihre Besitzer auch. Was heißt das für uns alle? Frühe Morgenrunde, solange es noch kühl ist. Alle Fenster auf, Durchzug, dann Fenster schließen, Jalousien runter.Einkäufe und Besorgungen erledigen wir so früh wie möglich. Die Hunderunde am Abend: kurz, im gekühlten Auto zu einem schattigen Parkplatz und dann sofort kurze Wege direkt im schattigen Wald auf Naturboden. Wir muten es uns und den Hunden nicht zu, auf heißem Asphalt oder heißen Steinen zu laufen.

Wir Menschen trinken – vorzugsweise und vermehrt Wasser. Und auch unseren Haustieren steht es kontinuierlich frisch zur Verfügung.Neulich sah ich eine Frau mit Kind auf dem Fahrrad. Sie führte einen Hund mit sich, und der musste bei der Hitze rennen. Ich bin fast geplatzt und konnte nicht umhin, eine Bemerkung zu machen. Immerhin stieg sie ab, und der Hund durfte langsamer werden.Wie kann man nur …? Und immer wieder das Gleiche: Hunde im abgestellten Auto in der Hitze. Neulich sogar ein Kind in Baden-Württemberg, das im heißen Auto verstarb. Mag sein, dass das Auto zunächst im Schatten stand – aber der Schatten wandert, und die Wärme kann auch im Schatten zu viel sein.Sind Menschen nicht in der Lage zu denken, zu fühlen, umsichtig zu handeln?

Und noch merken wir es kaum – aber ab dem 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende, werden die Tage schon wieder kürzer. Das Laub der Bäume hat seine frische, helle Farbe verloren. Manchmal schleichen sich schon erste Herbsttöne ein. In der Sonne verbrennt das Gras. Schneller als gedacht war die Gräser Blüte da. Die Bauern mähen und trocknen Gras, machen Heu als Winterfutter für das Vieh.

Der Raps reift – vorbei die grellgelbe Blüte. Das Korn reift. Die Spargelsaison ist zu Ende, die Erdbeersaison läuft auf Hochtouren, Kirschen gibt es auch schon aus heimischer Ernte.Das Jahr rennt förmlich – oder scheint es uns nur so, weil wir alt werden?Die Vegetation hat sich im Laufe der Zeit völlig verändert. Viele Blumen des Frühlings sind längst verblüht, andere erblühen jetzt. Es ist unglaublich. Wo ist die Zeit geblieben?Immer freuen wir uns auf den Frühling, den Sommer, die Sonne. Oft ist es uns im Frühling zu kalt, zu nass, zu sehr der Himmel verhangen. Dann ist der Sommer da – und es ist uns zu heiß.Wasser fehlt, oder es kommt in einer Vehemenz, die man auch nicht mag. Gewitter ziehen übers Land. Im Wald liegen viele Äste, und Bäume sind umgeknickt und versperren Wege.Ja, das Klima hat sich geändert. Ein Phänomen, das es wohl immer gegeben hat – aber in dieser Intensität und Schnelle? Man macht sich so seine Gedanken.

© Karin Oehl

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