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Werden und Vergehen

Werden und Vergehen

Werden und Vergehen

Karin Oehl

 

 Karin Oehl werden und Vergehen

 

Ist es nur mir so? Die Zeit scheint immer schneller voranzugehen. Wir gehen täglich in die Natur, sehen, fühlen, riechen, hören die Veränderungen der Jahreszeiten hautnah.Inzwischen beginnen die Gräser zu blühen. Meine armen Augen und meine Nase! Das Bild zeigt, wie Blüte und Vermehrung durch Samen in einer Pflanze förmlich vereint sind.Der Löwenzahn! Wunderbares Insektenleben auf den Blüten — und ehe man sich versieht, ist die Pusteblume da. Der Wind weht, und die kleinen Fallschirmchen mit ihren Samenkörnern werden weit herumgetragen.Inzwischen ist das Laubdach der Bäume im Wald dichter geworden. Noch ist es hellgrün. In kurzer Zeit wird es nachdunkeln. Schon jetzt hat die Sonne viel Kraft. Es ist sehr trocken und warm. Wie mag es meinen Froschkindern in den immer kleiner werdenden Pfützen gehen, wenn das so weitergeht? Noch haben sie keine Beinchen und können nicht ins feuchte Moos, um Schutz zu suchen.

Hier im Umfeld beginnen die Maiglöckchen zu blühen. Um wirklich blühende Glöckchen zu sehen, muss man schon vom Weg abgehen. Und wieder sehe ich Menschen mit Sträußen im Wald laufen. Die Blumen lassen schon die Köpfe hängen, so durstig sind sie. Weggeworfene Sträuße habe ich auch schon gesehen. Ich könnte solche Leute … Für ein paar Cent gibt es diese Blumen im Laden.Natürlich findet man dazwischen immer wieder Müll: benutzte Papiertaschentücher und besonders an den Bänken Zigarettenkippen. (Im Wald ist die Luft ohne diese Dinger so rein und klar.) Leere Dosen, Bonbonpapier — überall Hinterlassenschaften. Und wenn man nicht aufpasst und vom Weg abgeht, noch viel mehr Unappetitliches.

Ärgere ich mich allein über so etwas? Ist es voll leichter als leer, dass man es nicht mehr heimtragen kann?Nun, ich habe keine Lust, mich nur zu ärgern — und unsere vierbeinigen Begleiter auch nicht. Wir genießen die Sonne; der Wind ist noch kühl. Heute habe ich erstmals Trinkwasser für die kleinen, bodennahen Schnüffler mitgenommen.

Morgen ist ein neuer Tag — Maifeiertag. Als wir unser kleines Wochenendhaus an einem See noch hatten, war dort am 1. Mai der Teufel los. Später noch einmal am Vatertag (Himmelfahrt). Ja, die Emsländer sind trinkfest und gottesfürchtig — und leider auch etwas laut, wenn sie genügend getankt haben.

Aber es ist ja nicht jedes Wochenende so, und wir sind nicht mehr im Emsland. Auch dort hatten wir immer Wege gefunden, abseits der Rennbahnen, wo wir in Ruhe mit unseren Vierbeinern — damals noch eine Nummer größer — weit laufen konnten.Ja, die Gehstrecken sind kleiner geworden, mit mehr Pausen. Die Hunde sind kleiner geworden. Aber dennoch: Auch olle Lüde brukt dat — nämlich frische Luft, Natur und Sonnenschein. Und noch gibt es das, und zwar kostenlos. Nur der Weg dorthin … na ja, der Sprit, das Auto — das ist natürlich nicht kostenlos. Aber auf die Freiheit, die es schenkt, möchten wir Vier noch lange nicht verzichten.

© Karin Oehl

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