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„Wisst ihr noch:

„Wisst ihr noch:

„Wisst ihr noch: Das bisschen Haushalt…“

Ein persönlicher Blick auf ein altes Lied und ein neues Lebenskapitel

Karin Oehl

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 Ein Lied, das hängen bleibt

Johanna von Koczian sang es vor vielen Jahren:

„Das bisschen Haushalt macht sich von allein“, sagt mein Mann.
„Das bisschen Haushalt kann so schlimm nicht sein“, sagt mein Mann.
„Wie eine Frau sich überhaupt beklagen kann, ist unbegreiflich“, sagt mein Mann.

Ein Lied, das viele Frauen schmunzeln lässt – und manche auch seufzen.Denn hinter der Leichtigkeit steckt eine Wahrheit, die man erst später im Leben wirklich versteht.

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Früher: Kinder, Beruf, Haushalt – und eine Baustelle

Mag sein, dass mein Mann früher tatsächlich so gedacht hat.Er war immer beschäftigt: Beruf, Verantwortung, unsere unendliche Baustelle am Haus.Ich hatte Kinder, Beruf, Haushalt – und ich habe es geschafft.Manchmal gestöhnt, manchmal völlig fertig, besonders wenn Termine sich stapelten und die Kinder sich stritten wie die sprichwörtlichen Kesselflicker.

Dazu kam reichlich ehrenamtliche Arbeit:

  • als Ausbilderin in verschiedenen Sparten einer großen Hilfsorganisation,
  • später in der Tierpflege.

Es wurde alles bewältigt. Irgendwie. Immer.

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 Heute: Die Jahre gehen nicht spurlos vorbei

Das ist nun schon ein paar Jahre her.Die selbstverständliche Frische früherer Zeiten ist verschwunden.Ich bin längst aus dem Beruf raus, auch das Ehrenamt habe ich nach und nach zurückgefahren.Die Haare sind grau geworden, die Gangart langsamer.Die harte Arbeit früher hat körperliche Spuren hinterlassen.Und oft summe ich den Song der Bläck Fööss:„He deit et wieh, un do deit et wieh,alles wat schön es, dat kann mer nit mieh.“

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Hilfe annehmen – leichter gesagt als getan

Natürlich gibt es Hilfe – für teures Geld.Die Prospekte diverser Organisationen machen den Mund wässrig.Die Mitarbeiter dort sind sicher nicht üppig bezahlt, freundlich sind sie alle.Aber es sind eben nicht immer die hellsten Kerzen auf der Torte.Und vor allem: Sie dürfen oder können oft nur das tun, was auf ihrer Liste steht.Am Wochenende war es wieder so weit:Es juckte mich in den Fingern. Frühling! Zeit für den nachwinterlichen Hausputz.Die Betten mussten neu bezogen werden.Und wenn schon, denn schon:

  • Matratzen hoch
  • Bezüge abziehen
  • Lattenroste anheben
  • in jede erreichbare Ecke kommen

Es hat sich gelohnt – aber es war hart.Und so eine Aktion kann man von keiner Organisation erwarten.Wie soll das gehen, wenn wir es irgendwann nicht mehr schaffen?

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 Früher kein Problem – heute ein Kraftakt

Zum Glück war mein Mann so gut er konnte mit an Bord.Allein hätte ich es nicht geschafft.Früher habe ich solche Aktionen locker allein gestemmt:

  • alle Ecken
  • Böden wischen
  • Teppiche klopfen
  • Schränke von innen reinigen
  • Fenster putzen
  • Gardinen waschen und wieder aufhängen

Damals kein Problem.Heute ein großes.

Und wir fragen uns:Wie soll das werden, wenn wir weiter schwächer werden?Sollen wir in unseren Betten verschimmeln?Denn der Bedarf ist nicht:

  • Streicheleinheiten
  • mal ein Einkauf
  • mal ein Arztbesuch

Der wirkliche Bedarf ist:schwere, körperliche, gründliche Arbeit, die Zeit braucht.Aber damit lässt sich wohl zu wenig verdienen.

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Die Lücken im Hilfesystem

Fenster putzen geht ja noch.Gardinen abhängen auch.Aber wer hängt sie wieder auf?Die Mitarbeiter sind dann längst wieder weg.„Mach alleine!“ – egal, ob man von der Leiter kippt, weil das Gleichgewicht nicht mehr stimmt.Was muss, das muss.Mein Mann sagt nach dieser Gesamtaktion jedenfalls nicht die Sätze aus dem Lied von Johanna von Koczian.

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 Step by Step – und das Hamsterrad dreht sich weiter

Nach und nach wird alles in die Hand genommen:Schränke auswischen, Ecken reinigen, Dinge ordnen.Und wenn man fertig ist, fängt man wieder von vorne an.So ist das mit dem Hamsterrad Haushalt.Aber:Solange es irgendwie noch geht, dürfen wir uns glücklich schätzen.

 © Karin Oehl 

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