Es gibt ihn noch, meinen alten Eichenbaum,
mächtig schaut er aus, dort am Waldessaum.
Begleiter meiner Lebensjahre,
Respekt vor ihm bis heut` ich mir bewahre.
Schon als kleiner Junge in seiner Kron` ich saß,
hoch droben, genüsslich einen Apfel auch mal aß.
Am Abend ihn verlassen fiel mir schwer,
fühlte auf dem Heimweg traurig mich und leer.
Heute komme ich zu ihm nur noch zu Besuch,
nehme ich Abschied, übers Auge fährt mein Tuch.
Selten muss ich`s fühlen was Abschied heißt,
den Ort einst`ger Jugend verlassen, beinah das Herz zerreißt.
Der alte Baum, noch immer ist mein Freund,
ihn besuchen, bist heute hab ich`s nicht versäumt.
Bin selbst nun alt, Besuche werden minder.
Werden zu ihm kommen, auch mal meine Enkelkinder?
(c) by Horst M. Kohl, Mai 2026
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