Schnee in den Hängen – eine weiße Stille,
die das Winterlicht bewahrt,
als ahnte es im Schweigen
seine eigene Herkunft.
Ich halte Wasser in der Hand.
Einen Atem lang nimmt es das Licht des ersten Schnees an,
bevor es zurückrinnt in sein eigenes Dunkel –
als wüsste es, dass nicht alles von uns
gehalten werden muss.
Über der Stadt hebt sich der Rauch,
ein leiser Ruf aus allem,
was wir zu lange getragen haben.
Und in mir wird es still:
Loslassen ist kein Ende.
Es ist der Augenblick, in dem etwas leichter wird.
Bedecke, Schnee, die müden Träume,
die offenen Stellen der Enttäuschten.
Lass sie ruhen,
bis sie wieder in sich zurückkehren.
Im Frost klären sich die Blätter,
durchsichtig, unerschrocken.
Sie stehen da und lassen geschehen,
was geschieht.
Und da erkenne ich:
Nichts, was ich freigebe, verliert sich.
Es wandelt sich und wird zu Licht –
genau dort, wo ich es nicht mehr festhalte.
© J.Laß
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