Die Ballade von der verlorenen Kindheit...vertonte Version

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a jockel03

„Man kann auch auf Beton noch wachsen – und die Rinde, die wird gut." Ich habe diese Ballade geschrieben, um zu zeigen, was mit einem Menschen geschieht, der mit acht Jahren zu einem Aktenzeichen wird. Jonas ist ein Kind, das nicht verloren gegangen ist, sondern abgegeben wurde. Er ist ein Mensch, wie es sie in unserem Land viele gibt, und die wenigsten von ihnen werden je in einem Lied vorkommen. Es beginnt in einem Heim, das nach Bohnerwachs und Angst riecht:„Jonas war ein Aktenzeichen, sauber abgeheftet, kahl, ein Systemkind ohne Heimat."Dann kommt der Tag, an dem das System ihn entlässt. Kein Kuchen, kein Abschiedskuss, nur ein Ordner auf dem Tisch.

In der Jugendhilfe spricht man vom Übergang der Care Leaver ins eigene Leben, und viele erleben ihn genau so abrupt, wie ich ihn im Gedicht beschrieben habe: über Nacht selbstständig, ohne Netz.„Kein Kuchen, kein Abschiedskuss, nur eine Tasche schwer." Was danach folgt, kennt die Psychologie gut. John Bowlby hat gezeigt, wie sehr frühe Bindungserfahrungen prägen, wie wir später Nähe erleben. Mary Ainsworth und Mary Main haben beschrieben, wie Kinder, deren Bezugspersonen unberechenbar sind, Muster entwickeln, in denen Nähe zugleich ersehnt und gefürchtet wird. Erik Erikson nannte den frühen Kern das Urvertrauen: die Erfahrung, dass die Welt verlässlich ist. Wo es fehlt, entsteht Misstrauen, das sich später wie eine Rüstung anfühlt.

Bei Jonas zeigt es sich in einem Moment, der wehtut, weil er so paradox ist:„Sobald ihm eine Frau gestand: ‚Ich hab dich wirklich gern', erfror sein Herz zu Eis."Und dann die Logik, nach der er lebt, ohne sie zu kennen:„Die Logik seiner Kindheit hieß: Ich geh, sonst gibt es wieder Leid."Der Staat hat Jonas verwaltet, aber gehalten hat er ihn nicht:„Die Wurzeln hingen in der Luft, kein Boden und kein Licht."Der Wendepunkt kommt in meinem Gedicht leise, ohne Geigen, in einer Werkstatt zwischen Ruß und Schweißerei. Meister Kalle hat keine großen Worte. Er schreit nicht, er wirft niemanden raus, er sagt nur: 
„Morgens um sieben, weil es Arbeit gab."

Die Forschung von Emmy Werner, die auf der Insel Kauai über vierzig Jahre hinweg Kinder aus schwierigen Verhältnissen begleitet hat, kam zu einem Ergebnis, das mich sehr bewegt: Für viele, die trotz allem ihren Weg fanden, gab es mindestens einen verlässlichen Erwachsenen, der an sie geglaubt hat. Boris Cyrulnik hat aus dieser Erfahrung den Begriff der Resilienz mitgeprägt: Menschen können nach Verletzungen wieder wachsen, wenn ihnen jemand die Hand hinhält. Manchmal ist diese Hand rau wie Sand. Und es genügt ein einziges Wort:„Dieses schlichte Wort vom ‚Wir' brach Jonas' harten Ring, weil plötzlich seine Gegenwart an einem anderen hing." Ich wollte das Ende nicht kitschig machen. Jonas ist zweiunddreißig, hat einen eigenen Betrieb und ist trotzdem nicht „geheilt" im Sinne eines Happy Ends:

„Er ist kein heiler Mensch im Licht, die Statik bleibt verschoben." Er sperrt die Haustür dreimal zu und braucht extrem viel Raum. Richard Tedeschi und Lawrence Calhoun sprechen vom „posttraumatischen Wachstum": Menschen gehen nicht unverändert aus Krisen hervor, aber manche wachsen an ihnen. Nicht trotz der Narben, sondern mit ihnen.

Wenn Jonas am Abend an das alte Heim denkt, spürt er „kein Gift mehr im Verstand, nur eine stille Glut."Was nimmst du aus diesem Song mit? Wer war in deinem Leben der Mensch, der an dich geglaubt hat, als du es selbst nicht konntest? Und für wen könntest du heute so ein Mensch sein? Schreib es mir gern in die Kommentare. Ich lese jeden einzelnen.

Vielleicht braucht ein verlorenes Kind nicht viel. Nur jemanden, der morgens um sieben sagt: Wir fangen an.

 



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Die Ballade von der verlorenen Kindheit...vertonte Version

 


 

 🎵 Text und Konzept: Joachim Laß
🤖 Musik generiert mit: Suno AI
🌿 Teil der Reihe „Lieder aus Licht und Schatten"
🎧 Alle Songs aus eigenen Gedichten
👉 Playlist YouTube „Songs aus eigenen Gedichten"hier
📖 Den vollständigen Text und weitere Werke findest du hier: 👉www.abenteuer-literatur.de


✍️ TEXT & MUSIK

Text: Joachim Laß
Originaltext – unverändert verfasst

🎵 Musik:
Mit Unterstützung der künstlichen Intelligenz Suno AI generiert.

© Joachim Laß | Abenteuer-Literatur  

 


 
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