Ein Tag verläuft wie der andere, und doch wieder nicht


Ein Tag verläuft wie der andere, und doch wieder nicht

Haben wir uns früher auf unsere Wochenendausflüge gefreut, so haben die Benzinpreise uns schon lange die Suppe verhagelt. Oft reden wir noch von unseren schönen Wanderungen und was wir alles entdeckt haben, gesehen haben. Heute trauen wir uns so weite Strecken nicht mehr zu und doch träumen wir noch davon. Wir haben geglaubt, die hohen Benzinpreise es wäre eine Phase, die wieder endet, Pustekuchen, es ist nur schlimmer geworden. Unser Einkommen ist nicht mehr, sondern auch weniger Wert geworden, Rechnen heißt es und mit dem zufrieden zu sein, was möglich ist. Anspruchsloser sind wir geworden, dazu älter und unsere Leistungsfähigkeit hat abgenommen. Das ist schwer zu akzeptieren. Noch immer laufen wir gern mit unseren vierbeinigen Freunden im Wald, der auch nicht umme Ecke is. Dennoch langsam sagt uns dort jeder Baum, ja fast jedes Blatt persönlich guten Tag. Man kennt seine machbaren Entfernungen und die Plätze, wo man mal pausieren kann, wenige Bänke, dafür häufiger mal gefällte oder umgestürzte Bäume Und die werden in unregelmäßigen Abständen auch abgefahren. Und dann?

Weiterlaufen!

Früher hatten wir oft tolle Ziele, wir hatten immer etwas, was es neu zu entdecken gab. Auch jetzt gibt es Neues, derzeit sind die Brombeeren reif. Wir kennen die Stellen, wo sie gut schmecken und richtig dick sind. Natürlich verändert sich auch der Wald nicht nur im Jahresverlauf. Immer wieder werden Bäume gefällt, abgeholt, wo wir noch gestern Pause machen konnten. Es ist ja auch schön, wenn man am Jahresverlauf so viel sehen, erkennen kann,- nachdenklich wird. Werden und vergehen, im Frühling, wenn alles an die Sonne drängt, blüht, herausschießt, Vögel, die Nester bauen, singen und alles dazu drängt sich fortzupflanzen, Tier und Pflanze. Im Sommer, wenn es reift und im Herbst, wenn man ernten kann, (Wird es heute früher Herbst?

Die neue Generation an Tieren läuft und fliegt herum, aber sie verteidigen noch keine Reviere. Vögel singen nicht so intensiv. Ja inzwischen ist fast überall Erntezeit. Auf dem Weg zu """UNSEREM """Wald sind die Felder abgeerntet und werden wieder mit Maschinen bearbeitet, damit im nächsten Jahr wieder eine andere Frucht gedeihen kann. Die Tage werden merklich kürzer, es wird später hell und früher dunkel. Eine sehr anstrengende Hitzephase haben wir hinter uns. Der Sommer macht Pause.

Zuverlässiger wünsche ich mir das Wetter, es muss nicht so heiß sein.

Wir können uns welche kaufen, sie nicht. Aber das Wetter ist kein Wunschkonzert, auch nicht für die Bauern. Noch blühen so viele Blumen auch im Garten, Eichhörnchen naschen uns die Haselnüsse weg und wir freuen uns darüber Vögel klauen unsere Weintrauben, auch egal.

Die Hausarbeit ist wie ein Hamsterrad, aus dem man nicht aussteigen kann, Meint man, man ist fertig, fängt es von vorne wieder an. Vor dem Haus sind viele Rosen verblüht, wir müssen fegen. Ist die Bügelwäsche endlich im Schrank, ist das nächste Hemd, die nächste Bluse oder Hose in der Waschmaschine, Essen kochen ist auch fast täglich angesagt, dabei bin ich bemüht, das nicht einseitig werden zu lassen. 

Spülen, (wie ich es liebe!) drei Mal täglich. Dann wieder Fenster putzen, Betten machen u. gelegentlich beziehen usw. das ewige Einerlei. Und doch ist was Anders. Waren es früher Tage und Erlebnisse auf die man sich gefreut, auf die man hingearbeitet hat, so sind es heute mehr und mehr Termine, die man nicht vergessen darf, die häufig wieder mit neuen Terminen verbunden sind. Arztbesuche, sind häufiger dabei und oft bleibt eine Unzufriedenheit mit dem Ergebnis und Ablauf. Dazu kommen Ängste auf, wenn eine Diagnose im Raum steht, die niemand haben will.

Eine Flut von Informationen trommelt täglich auf uns ein. Immer nur Wahres? Viel Negatives, Was kann man glauben, was ist wirklich interessant? Das zu sortieren ist nicht so einfach.

Die Hunde mögen diese Verlässlichkeit im Tagesablauf, sie haben die Uhr im Bauch. Sie melden sich, wenn sie morgens wach sind, stellen ihre Ansprüche, wenn sie ihr Futter wollen und natürlich auch, wenn ihre Zeit ist, raus zu gehen. Da sind sie mit wenig Veränderung zufrieden, nur nicht, wenn der Spaziergang wegen Schlechtwetter abgekürzt wird.

Es war wohl schon immer so. Früher vielleicht noch mehr als heute.

Ich möchte mal wieder raus, was Neues sehen, mal das tägliche Einerlei nicht haben. Im vorigen Jahr konnten wir keinen Urlaub planen, weil ein Hund krank war. In diesem Jahr ist es das hohe Alter einer Hündin und verstärkt persönliche Erkrankungen.

Ob wir noch mal das Hamsterrad hinter uns lassen und wirklich Urlaub machen können? Wer weiß Aber man wird ja wohl mal träumen dürfen, oder?


© Karin Oehl


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