Schneeflöckchen, Weißröckchen
Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?
Du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit.
Komm, setz dich ans Fenster, du lieblicher Stern,
malst Blumen und Blätter, wir haben dich gern.
Schneeflöckchen, du deckst uns die Blümlein zu,
dann schlafen sie alle in seliger Ruh.
Erinnerungen an ein Winterlied
Wer kennt das Winterlied nicht?Wie oft habe ich es mit Kindern gesungen – und mit Alten, Dementen in der häuslichen Pflege.Und oh Wunder: Diese alten Texte saßen noch. Es machte sowohl mir als auch den zu pflegenden Menschen immer wieder Freude, zu singen und alte Gedichte zu hören.Einmal betreute ich eine ehemalige Musik- und Gesangslehrerin. Von ihr habe ich so viel lernen können, und ich erinnere mich so gern an diese Menschen.Die Körperpflege ging dann noch einmal so fix vonstatten. Ein Lachen auf dem Gesicht – auch auf den Gesichtern der Angehörigen – war der schönste Lohn.
Die ersten Schneeflocken
Und da sind sie: Die ersten Schneeflocken.Liegen bleiben sie noch nicht. Während es andernorts schon heftig ist – glatt und mit vielen Unfällen – ist es hier eher trübe, grau und nass.Die Bäume sind mit ihrem Laubabwurf fast fertig.Die Wege sind wieder zu sehen, denn das abgefallene Laub ist schon zu einem matschigen, wenig farbenfrohen Brei zertreten.Wenn man genau hinschaut, sieht man die Verschwendung in der Natur:So viele Eicheln, Kastanien und Bucheckern, die nie zu Bäumen werden, sondern zertreten auf den Wegen liegen.
Novemberstimmung
Die Totengedenktage sind vorbei.Es ist immer diese besondere Novemberstimmung: kurze Tage, frühe Dunkelheit, trübes Wetter.Schon der nächste Sonntag ist der 1. Advent.Es ist eine schöne Sache, den Kranz zu binden, die Kerzen darauf zu stecken, das Haus zu dekorieren – und die alten vertrauten Weisen wieder zu singen oder auf der Flöte zu spielen.Bei der jungen Generation ist davon viel verloren gegangen.Die schlagerartigen Weihnachtsdudeleien auf Weihnachtsmärkten oder im Radio mag ich nicht.
Vielleicht bin ich zu alt dazu.
In der heutigen Zeit ist viel von der vorweihnachtlichen Stimmung verloren gegangen, wenn schon im September die ersten Spekulatius und Stollen in den Geschäften liegen.Da weigere ich mich, zuzugreifen – es ist einfach nicht die Zeit.
Begegnung mit der Jagd
Heute wollten wir wie alle Tage in den Wald.Wir waren schon auf dem Parkplatz, da hörten wir Schüsse. Erst dann sahen wir das Schild: Treibjagd.Da in der Nähe auch eine Schießanlage ist, dachten wir zunächst, die Geräusche kämen von dort.Bekannte rieten uns von einem Spaziergang ab, weil aufgescheuchte Wildschweine kreuz und quer um ihr Leben rannten.Es blieb uns nicht verborgen, dass in dem begrenzten Lebensraum viele dieser Schwarzkittel leben mussten.Gelegentlich haben wir sie laufen sehen, ihre Wühlarbeit an den Wegrändern bemerkt – doch sie kamen uns nie zu nahe.Dennoch wage ich zu bezweifeln, dass diese Art der Jagd zur Regulierung das Richtige ist.Gerade Treibjagden mit aufgescheuchten Tieren – wie will man da einen treffsicheren Schuss anbringen?Es ist nicht nur gefährlich für die Treiber (man liest immer wieder von Jagdunfällen).Auch nicht tödlich getroffene Tiere werden nicht immer zeitnah gefunden und leiden oft lange.
Kritik an Hubertusmessen
Pervers finde ich die immer wieder abgehaltenen Hubertusmessen,wo Tierleichen schön dekoriert vor einem Altar liegen, Jagdhörner geblasen werden und das Totschießen verherrlicht wird.Dabei war es Hubertus, der nach einer Legende ein Kreuz zwischen dem Geweih eines Hirsches sah und eine Stimme hörte:„Hubertus, warum verfolgst du mich?“Daraufhin hat Hubertus der Jagd abgeschworen.
Jagd als Hobby?
Töten und Jagen aus Lust, als Hobby?Weil man es sich leisten kann – Jagdpacht, Ausrüstung und mehr?Wenn man einmal einen Jäger braucht, weil ein schwer verletztes Tier leidet und schnell erlöst werden müsste, dann findet man niemanden. Oder der Jäger lässt sich Zeit.Das habe ich persönlich mehrfach erfahren.Es sind nicht immer die charakterstärksten Männer und Frauen, die legal Waffen tragen.Ich habe Gespräche unter Jägern belauscht, wie widerwärtig, gemein und respektlos sie sich über ihr Tun und die Tiere äußern – und wie brutal sie bisweilen auch mit ihren Hunden umgehen.Das hat nichts mit „Jägersprache“ zu tun.Mich schüttelt es.Ich bin sicher, dass es auch ernst zu nehmende und verantwortungsbewusste Jäger gibt – mir ist noch keiner begegnet.
Schlussgedanken
Ein verletztes Wildtier kann man nicht zum Tierarzt bringen, das ist mir klar.Aber Hobbyjagd? Nein, danke!Jäger betonen immer wieder ihre Leistungen für den Naturschutz.Sie gehen in Schulen und führen Kinder an ihr blutiges Handwerk heran.Von Kindern sollten sie sich absolut fernhalten.Naturschutz kann man auch anders und glaubwürdiger vermitteln – ich mache das seit vielen Jahren.Respekt vor Menschen, Tieren und Natur schafft Frieden.Nicht das Töten, nicht der Waffengebrauch.
© Karin Oehl

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