Es war Weihnachten 2012 …

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Es war Weihnachten 2012 …

Auf dem Heimweg freuten wir uns auf den schönen Heiligen Abend, die Bescherung und ein gutes Essen mit den Kindern, die uns kurz vorher noch eröffnet hatten, dass sie Eltern werden würden. Das war natürlich auch für uns eine ganz besondere Freude. Es war nicht glatt unterwegs und die Luft war frisch wie im Frühling.

Als wir zu Hause ankamen, stand ein altes, russlanddeutsches Paar vor unserem Haus und suchte Hilfe für einen Notfalligel. Wie Maria und Josef waren sie herumgelaufen, denn sie wussten nicht, wie sie dem sichtlich kranken Tier hätten helfen sollten. Doch überall waren sie nur auf geschlossene Türen und Herzen gestoßen. Irgendjemand hatte ihnen meine Adresse gegeben und so waren sie noch am Abend hierher gefahren. Es war nicht leicht für sie, uns zu finden. Und wir waren ja auch nicht da. Aber unsere Mieterin, eine Seele von Mitbewohnerin, richtete im Keller schon mal ein Gehege her und sagte, dass wir bald heimkommen würden. Die beiden Menschen blieben vor unserem Haus auf der Treppenstufe stehen.

Ich konnte helfen und wenn ihr in den alten, abgearbeiteten, vom Leben gezeichneten Gesichtern diese Freude und das Strahlen der Augen gesehen hättet, hättet ihr auch gespürt: Es war Weihnachten. Am ersten Feiertag morgens riefen die beiden an; ich konnte ihnen sagen, dass das Tier lebt und seine Chance nutzt. Sie haben sich fast überschlagen.

Und ich fühlte mich so reich beschenkt, auch das schönste Geschenk am Abend vorher konnte da nicht mithalten.

Trennlinie 15

Karin Oehl

amanfang 2 270

Login (2)

für registrierte Benutzer

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  amanfang270